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Sie möchten Ihre Prozesse digitalisieren bzw. automatisieren? Und das gerne softwaregestützt? Dann stoßen Sie früher oder später auf eine Reihe zunächst rätselhafter Abkürzungen: ERP, PIM, DAM, MAM, CMS, WMS, MRP. Doch was verbirgt sich dahinter und was benötigen Unternehmen für welchen Anwendungsfall? In dieser Blogserie nehmen wir die einzelnen Systeme genauer unter die Lupe und stellen diese mit unserer Kernkompetenz, der ERP-Lösung Microsoft Dynamics 365 Business Central, gegenüber. In dieser Ausgabe beleuchten wir das PIM-System.

 

Vorweg müssen wir eines klarstellen: Nicht jedes ERP- bzw. PIM-System auf dem Markt enthält die genau gleichen Funktionen. Somit gelten die nachfolgenden Erläuterungen eventuell nicht 1:1 für jedes System.

 

Was ist ein PIM-System?

Die Abkürzung PIM steht für Product Information Management. Ein Product Information Management System (abgekürzt PIM) dient zur zentralen Verwaltung, Pflege und Veröffentlichung von Produktinformationen. Die Idee dahinter ist die Single Source of Truth, indem es nur eine zentrale Datenbank für alle Daten gibt. Daten können also ressourcenschonend erhoben und gepflegt werden. Auch die Datenbereinigung (z. B. fehlende Informationen ergänzen, Daten standardisieren, Produktattribute strukturieren) zählt dazu.

In der Regel verfügen PIM-Systeme über nahtlose Integrationen zu verschiedenen Vertriebskanälen (z. B. E-Commerce-Websites, Onlinemarktplätze, Printkataloge, mobile Anwendungen). Dadurch wird die Aktualisierung der Daten wie Produktbeschreibungen, Bilder, Preise, Maße und weiteren Attributen erleichtert. Auch können auf der Grundlage einfach umfassende Produktkataloge erstellt und in verschiedenen Vertriebskanälen geteilt werden.

Zusammengefasst erfüllen PIM-Systeme drei Kernfunktionen:

  1. Produktinformationen verwalten
  2. Produktinformationen pflegen und bereinigen
  3. Datensynchronisierung mit anderen Systemen (Omni-Channel-Vertrieb)

Aus dem Grund arbeiten in der Regel Mitarbeiter/-innen aus den Bereichen Produktmanagement, Marketing, E-Commerce, Vertrieb, Kundenservice mit dem System.

Welche Vorteile hat ein PIM?

Mithilfe eines PIM-Systems …

  • … können Daten besser dargestellt werden.
  • … können Daten mit weniger Aufwand und effizient gepflegt und erfasst werden.
  • … kann die Datenqualität verbessert werden, indem Datenbestände konsistent und genau und im Umkehrschluss seltener fehlerhaft sind.
  • … können Mitarbeitende zeitlich entlastet werden, indem weniger Zeit manuelle Überprüfung und Anpassungen aufgewendet werden muss.
  • … können Marketing- und Produktmanagementabteilungen Produktinformationen besser kontrollieren und Änderungen schneller umzusetzen.
  • … können Produkte schneller in den Markt eingeführt werden.
  • … können Kunden schneller und gezielter angesprochen werden.
  • … können Unternehmen leichter internationalisieren, indem Produktdaten in mehreren Sprachen gepflegt und für verschiedene Zielmärkte verwaltet werden.

 

Was ist ein ERP-System?

Ein Enterprise Resource Planning System (kurz ERP-System) unterstützt Unternehmen bei der Verwaltung und Integration verschiedener Geschäftsprozesse.

Detaillierter umfasst es i. d. R. die Bereiche: Finanzen, Vertrieb und Marketing, Personal, Lager, Lieferkette, Projekte, Produktion sowie Service.

Welche Vorteile bietet ein ERP-System?

Mithilfe eines ERP-Systems …

  • … kann die Datenkonsistenz optimiert werden.
  • … können betriebliche Abläufe optimiert werden.
  • … können Kosten reduziert werden.
  • … können die Effizienz und Produktivität gesteigert werden.
  • … können fundiertere Entscheidungen auf Basis von Echtzeitinformationen getroffen werden.
  • … Abteilungen besser zusammenarbeiten.
  • … kann die unternehmensweite Transparenz und Kontrolle verbessert werden.

 

Wo ist der Unterschied zwischen ERP und PIM?

In dieser Tabelle möchten wir Ihnen die Unterschiede zwischen ERP und PIM verdeutlichen:

ERP PIM
Hauptaufgabe Ressourcenplanung (Geschäftsprozesse abteilungsübergreifend steuern) Produktdatenverwaltung
Datenart Daten aus verschiedenen Geschäftsbereichen Produktdaten
Ziel Prozesse optimieren und Kosten reduzieren Zentrale Plattform für Produktinformationen schaffen
Komplexität Komplex Weniger komplex
Unternehmensbereiche Finanzen, Vertrieb und Marketing, Personal, Lager, Lieferkette, Projekte, Produktion, Service Produktmanagement, Marketing, E-Commerce, Vertrieb, Kundenservice

 

Brauche ich ein ERP, PIM oder beides?

Wie in der Tabelle ersichtlich, dienen sowohl das ERP- als auch das PIM-System zur Erhebung und Pflege von Daten. Der entscheidende Unterschied ist, dass das ERP-System abteilungsübergreifend Daten zur Prozessoptimierung sammelt. Das PIM stellt – wie der Name schon sagt – das Produkt in den Fokus und ist eine Datenbasis für Produktinformationen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass ein ERP-System auch Produktdaten erhebt. Gegebenenfalls erhebt ein PIM standardmäßig mehr Daten, sodass ein ERP-System in manchen Fällen kein PIM-System ersetzen kann. Umgekehrt ist es aufgrund der Komplexität eines ERP-Systems ohnehin ausgeschlossen.

Für einige Unternehmen besteht die optimale Strategie darin, auf beide Systeme zu setzen und sie geschickt miteinander zu verbinden. So können Produkte ganzheitlich und effektiv verwaltet werden. Dabei ist die korrekte Integration der Systeme essenziell, damit ein reibungsloser Datenfluss gewährleistet ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine effektive Zusammenarbeit zwischen ERP und PIM dazu beitragen kann, die Effizienz und Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens zu steigern.

Infografik, die Unterschiede zwischen ERP und PIM aufzeigt

 

Bietet Microsoft ein ERP und PIM?

Wir von anaptis bieten Ihnen eine professionelle und umfangreiche Beratung zur Microsoft ERP-Lösung, Microsoft Dynamics 365 Business Central. Ein PIM-System gibt es von Microsoft nicht. Jedoch haben wir Praxiserfahrung in Bezug auf die Integration zwischen PIM-Systemen von Drittanbietern und Dynamics 365 Business Central (ehemals Dynamics NAV/Navision).

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