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ERP, MRP … – erstmal klingen diese Abkürzungen ähnlich. Die Systeme dahinter sind allerdings unterschiedlich. Vorweg: ERP steht für Enterprise Resource Planning und MRP steht je nach Definition für Material Requirements Planning (MRP) oder Manufacture Resource Planning (MRP II). Zwei unterschiedliche Erklärungen für die Abkürzung? Dazu kommen wir später. Alle Details über den Unterschied zwischen ERP und MRP gibt es in unserem Blogartikel.

 

 

Vorweg müssen wir eines klarstellen: Nicht jedes ERP- bzw. MRP-System auf dem Markt enthält die genau gleichen Funktionen. Somit gelten die nachfolgenden Erläuterungen eventuell nicht 1:1 für jedes System.

 

Was ist ein MRP-System?

MRP bzw. MRP I

Das MRP-System und damit das Material Resource Planning entstand in den 50/60er Jahren und sollte folgende Aufgaben übernehmen:

  • Zusammenhänge zwischen Rohstoffen, Teilen, Baugruppen und Produkten darstellen
  • Erforderliche Teile und Materialen für die Herstellung eines Produkts berechnen
  • Bestelldatum von Komponenten, basierend auf Fälligkeitsdatum des Produkts, berechnen

Es läuft so, dass Nutzer/-innen Stücklisten, Lagerbestände und einen Fertigungsplan eingeben und das System einen groben Produktionsplan sowie zu beschaffende Materialien liefert. Es beantwortet also die folgende Frage: Wann wird welches Material in welcher Menge benötigt? Zusammengefasst unterstützt es also bei der Bestandsverwaltung und Planung.

MRP II

Das MRP II und damit das Manufacture Resource Planning ist eine Weiterentwicklung des MRP bzw. MRP I und stammt aus den 80er Jahren. Die Weiterentwicklung des Systems wurde durch eine wirtschaftliche Veränderung und damit die Öffnung der Märkte in die Wege geleitet. Schließlich wurden Artikel fortan aus weiterer Entfernung bezogen und Lieferketten wurden immer komplexer. So wurde das MRP-System über die Zeit mit mehr Funktionen aus Fertigung, Vertrieb und Einkauf angereichert.

Folgendermaßen sehen die Aufgaben von MRP II Systemen aus:

  • (Aufgaben von MRP I)
  • Kapazitätsplanung
  • Verwaltung von Kundenanfragen
  • Vorhersage und Bedarfsmanagement
  • Kostenrechnung
  • Allgemeine Buchhaltung

Basierend darauf bietet das System einen detaillierten Produktionsplan und stellt ein verlässliches Planungs- und Kontrollwerkzeug dar. Durch die Transparenz der Lieferkette können Produzenten strategisch besser handeln und sich die folgenden Fragen beantworten:

  • Wann wird wie viel produziert?
  • Was sind die verfügbaren Ressourcen?
  • Wie viel und wann wird welches Material benötigt?

 

Was ist ein ERP-System?

Ein ERP-System dient dazu, Ressourcen, Informationen und Abläufe über das ganze Unternehmen hinweg zu organisieren. Dabei werden alle Bereiche eines Unternehmens vernetzt, sodass eine gemeinsame Echtzeit-Datenbasis geschaffen wird. Das heißt: Es werden sämtliche Abläufe wie die Bedarfsplanung, der Einkauf, die Fertigung, die Finanzen und teilweise das Personalwesen darüber abgewickelt. Außerdem gibt es regulär Erweiterungen, die Kunden sich einfach und unkompliziert dazu buchen können (z. B. Außendienst-App, Lohn- und Gehaltsabrechnung).

ERP-Systeme der heutigen Zeit sind zum Teil aus MRP-Systemen und zum Teil aus Finanzsystemen hervorgegangen. Wobei der Bereich der Produktionsplanung in einigen ERP-Systemen längst nicht so ausgereift ist wie im MRP II, sondern sich eher auf die Funktionalität von MRP I beschränkt. Aus dem Grund ersetzt ein ERP-System häufig kein MRP II-System.

 

Wo ist der Unterschied zwischen ERP und MRP?

Rückblickend handelt es sich um eine anhaltende Weiterentwicklung von System zu System:

  1. MRP bzw. MRP I
  2. MRP II
  3. ERP

Die grundsätzlichen Unterschiede finden Sie in der nachfolgenden Tabelle:

MRP I MRP II ERP
Hauptaufgabe Materialbedarf planen (Fokus auf Fertigung) Ressourcen in der Produktion planen (Fokus auf Fertigung) Alle Unternehmensprozesse managen und deren Ressourcen planen
Zielgruppe Produzenten bzw. Produktionsabteilung Produzenten bzw. Produktionsabteilung Produzenten, Dienstleister, Händler (je Unternehmen viele verschiedene Abteilungen)
Ziel Bessere Materialplanung, Aufrechterhaltung des Mindestbestands Bessere Produktivität Bessere Gesamtleistung des Unternehmens, Weniger Kosten, Weniger Risiken

 

Im Folgenden haben wir die Funktionen aufgeschlüsselt:

MRP I MRP II ERP
Materialbedarfsplanung
Bestandsverwaltung
Planung des Bedarfs ✓ (Material) ✓ (Ressourcen) ✓ (Ressourcen)
Produktionsplanung ✓ (grob) ✓ (detaillierte Produktionsplanung und -steuerung inkl. Kapazitätsplanung) ✓ (grob bis detailliert)
Auftragsverwaltung
Finanzen ✓ (allg. Buchhaltung, Kostenrechnung) ✓ (allg. Buchhaltung, Kostenrechnung, Kalkulationen) ✓ (allg. Buchhaltung, Kostenrechnung, Kasse, Anlagenverfolgung)
Einkauf/Beschaffung
Vertrieb/Marketing (CRM)
Projektmanagement
Transport
Personalwesen
Qualitätsmanagement
Berichterstattung

 

Brauche ich ein ERP, MRP oder beides?

Ein MRP- und ERP-System adressieren, wie oben in der Tabelle ersichtlich, unterschiedliche Zielgruppen. MRP-Systeme sind auf produzierende Unternehmen zugeschnitten, während ERP-Systeme universell für Produzenten, Dienstleister, Händler & Co. eingesetzt und dafür customized werden können.

Wichtig noch zu erwähnen: Häufig sind die Produktions-Funktionen in einem MRP-System weiter gefasst, sodass es häufig keine Entweder-oder-Lösung ist, sondern nach einer Kombi-Lösung geschaut werden muss.

 

Bietet Microsoft ein ERP und MRP?

In seiner Softwaresuite Dynamics 365 bietet Microsoft das ERP-System Dynamics 365 Business Central. Ein MRP-System von Microsoft gibt es nicht.

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