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“Fika” mit Pascal – Erfahrungsbericht vom Auslandspraktikum

Unser Auszubildender Pascal hat für 8 Wochen ein Auslandspraktikum in Schweden absolviert. Einige haben es auf unseren sozialen Medien schon mitbekommen. Nun ist er wieder bei uns und wir sind natürlich alle gespannt, was er zu erzählen hat. Um euch auch mitzunehmen, haben wir ihn interviewt.

 

 

Vorbereitung auf das Auslandspraktikum

Wie kamst du zum Auslandspraktikum in Schweden? Wieso hast du dich für ein Auslandspraktikum entschieden?

Durch eine Kampagne der IHK Nordwestfalen („Mobilitätsberatung“) ist unser Ausbilder Markus Thyen auf die Möglichkeit des Auslandspraktikums gestoßen. Insbesondere durch die seit 2020 anhaltende Pandamie-Situation, welche auch Einfluss auf die Ausbildung in unserem Unternehmen hat (fehlende Präsenzen, Leiden des sozialen Zusammenhaltes), hat Markus uns diese Möglichkeit angeboten.

Da ich schon lange den Wunsch nach einem Auslandspraktikum bzw. nach Arbeitserfahrung im Ausland habe, habe ich die Chance genutzt und gleich zugesagt. Ich habe mich riesig darüber gefreut!

Wer hat das Praktikum organisiert? War eine Organisation beteiligt und wer hat was übernommen?

An der Organisation waren mehrere Parteien beteiligt.

Wir (anaptis) standen mit der IHK Nord Westfalen im Austausch. In dem Rahmen musste Markus eine Lernvereinbarung unterzeichnen. Über ein globales Netzwerk von Microsoft Partnerunternehmen hat Markus Kontakt zu Unternehmen aufgebaut, die Bedarf in Bezug auf Praktikanten bzw. Praktikantinnen haben. Als wir das finale Unternehmen Inbiz gefunden haben, hat mich dies bei der Wahl der Unterkunft unterstützt. Ich habe gemeinsam mit unserer Teamassistenz nach Flügen geschaut.

Zuletzt ist erwähnenswert, dass Erasmus das Auslandspraktikum in Schweden finanziell unterstützt hat.

Von der Berufsschule wurde ich für den Zeitraum freigestellt.

Wie hast du dich auf das Auslandspraktikum vorbereitet?

Mit meinem Praktikums-Unternehmen InBiz haben wir von Beginn an abgestimmt, dass wir vorab Meetings abhalten, um uns kennenzulernen und Vorstellungen sowie Erwartungen zu besprechen. Das hat mir sehr geholfen. Wir haben dann zusammen einen Projektplan aufgestellt.

Beispielsweise habe ich als Ziel bzw. Erwartung formuliert, dass ich Basic Schwedisch Smalltalk halten können möchte. Daraufhin hat mir das Unternehmen empfohlen, mich für einen Schwedisch-Kurs in der örtlichen Volksschule anzumelden. Damit waren alle Vorbereitungen für mein Auslandspraktikum in Schweden getroffen und es konnte losgehen.

 

Während des Auslandspraktikums

Wo hast du gewohnt?

Ich habe in Uppsala in einem zentrumsnahen Hotel gewohnt. In dem Ort ist auch das Unternehmen.

Gab es (unvorhergesehene) Herausforderungen?

Nein, ich habe mich sehr gut vorbereitet gefühlt. Besonders durch die Meetings. Ich wüsste auch nicht, was hätte schief laufen sollen. Schließlich ist Schweden Teil der EU und es gab zu dem Zeitpunkt keine bestimmte Corona-Politik. Also nein.

Wo hast du gearbeitet?

Ich habe mein Auslandspraktikum in Schweden bei dem Unternehmen InBiz in Uppsala gearbeitet. 40 Wochenstunden wie auch hierzulande. InBiz ist ebenso Microsoft-Partner und entwickelt auf der Basis von Dynamics 365 Business Central ERP-Lösungen für Unternehmen in ganz Schweden. Das Team ist relativ klein. Aktuell hat InBiz 11 Consultants/Developer.

Dort hatte ich einen Ansprechpartner für organisatorische Fragen und einen Ansprechpartner bzw. den Programmier-Verantwortlichen für technische Fragen an meiner Seite.

Wie war die Arbeitsatmosphäre? War sie anders als hier?

Die Arbeitsatmosphäre war alleine deswegen anders, weil wir dort ein Großraumbüro hatten. Bei der anaptis haben wir Büros mit maximal vier Arbeitsplätzen. Zunächst habe ich eine laute Geräuschkulisse vermutet. Aber ganz im Gegenteil: Es gibt 3-4 Konferenzräume zum Telefonieren und private Gespräche wurden auf ein Minimum heruntergeschraubt, sodass die Atmosphäre relativ ruhig war. Nicht unangenehm ruhig – der ein oder andere Scherz war natürlich auch dort Teil des Alltags.

Was außerdem anders als bei uns war, waren die Pausen. Zum Beispiel haben wir täglich eine Stunde Mittagspause gemacht. Und dabei war es typisch, in Restaurants zu gehen und das Mittagsmenü zu wählen. Rückblickend habe ich, glaube ich, in allen Restaurants der Stadt mindestens einmal gegessen.

Das ist aber nicht die einzige Pause – nachmittags gibt es die schwedentypische Fika (ca. 20 Minuten lang). Für die, die sich darunter nichts vorstellen können: Es wird gemeinsam Kaffee, Tee und Kuchen verzehrt. Dabei wird nicht über die Arbeit, sondern über Privates gesprochen. Diese strikte Trennung kannte ich so nicht, fand ich aber sehr angenehm.

Was waren deine Aufgaben bei der Arbeit?

Ich habe von Beginn an mein eigenes Teilprojekt gehabt und eine Schnittstelle von dem ERP-System eines Unternehmens zu unserer ERP-Lösung Microsoft Dynamics 365 Business Central gebaut. Schließlich wollte dieses Unternehmen einen bestimmten Prozess in Dynamics 365 Business Central auslagern.

In dem Rahmen habe ich auch viel an Meetings mit dem Kunden über den Fortschritt sowie an internen Meetings teilgenommen. An dieser Stelle muss ich besonders betonen, dass alle Meetings für mich auf Englisch abgehalten wurden. Also hier braucht man keine Angst vor Sprachbarrieren zu haben. Die Schweden/Schwedinnen sind sehr gut in Englisch.

Welche kulturellen Unterschiede zu Deutschland konntest du feststellen?

Ich habe die Kultur sehr ähnlich erlebt. Was mir aufgefallen ist, ist, dass viele in Schweden ein Sommerhaus haben. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass Menschen etwas gelassener sind.

Welche Erfahrungen hast du in der Freizeit gesammelt?

Ich konnte Schweden von seiner besten Seite kennenlernen. Dazu zählten sowohl Ausflüge in die Natur zum Wandern oder Angeln. Aber auch Sightseeing in umliegenden Städten wie Stockholm oder Uppsala sowie schwedische Fußballstadien.

Dabei war ich immer in bester Begleitung von meinen Arbeitskollegen/Arbeitskolleginnen oder Besuchern/Besucherinnen aus der Heimat oder auch mal ganz allein unterwegs.

Hast du allgemein auch unschönen Erfahrungen gesammelt?

Gar nicht. Ich hatte nie ein ungutes Gefühl o. Ä.

 

Nach dem Auslandspraktikum

Mit welchem Gefühl und welchen Zielen bist du wiedergekommen?

Auch wenn es sich vorher schon richtig angefühlt hat: Nach dem Auslandspraktikum war ich mir zu 100 % sicher, dass es genau die richtige Entscheidung war.

Diese Erfahrung hat mich technisch, menschlich und sprachlich enorm weitergebracht. Ich habe in so kurzer Zeit so viel Neues gelernt, was mich motiviert, auch künftig in dem Tempo zu lernen. Meine Motivation wurde also insgesamt sehr gesteigert.

Ein Ziel von mir ist es außerdem, nochmal wiederzukommen und mein Team, mit dem ich übrigens noch in Kontakt stehe, wiederzusehen.

Welche Tipps kannst du anderen für ihr Auslandspraktikum geben?

Also zuerst einmal: Ich kann nur jedem raten, ein Auslandspraktikum zu machen. Warum, habe ich ja gerade schon gesagt.

Wichtig für eine tolle Zeit vor Ort ist meiner Meinung nach Offenheit. Lasst euch nicht einschüchtern (auch nicht in Stress-Situationen). Und interessiert euch für das Land und die Kultur. Dann zeigen euch die Einheimischen gerne alles und ihr bekommt einen Draht zu ihnen. Beispielsweise kam es extrem gut an, dass ich bereits bei meiner Ankunft erste, wenige schwedische Wörter kannte und in den Mittagspausen Interesse dafür geäußert haben, typisch Schwedisch zu essen.

Was kann die anaptis von den Schweden lernen? Hast du konkrete Vorschläge, welche Methoden oder Gepflogenheiten die anaptis übernehmen könnte (fachlich wie sozial)?

Die Arbeitsatmosphäre war unserer sehr ähnlich. Die flachen Hierarchien finden sich beispielsweise bei uns genauso wieder. Ebenso das entspannte Betriebsklima und die offene Diskussion von Vorschlägen seitens der Mitarbeitenden oder Teamwork.

Wenn ich einen Punkt nennen müsste, dann wäre es das Thema Transparenz. In dem schwedischen Unternehmen wurde wirklich sehr transparent gearbeitet und alle Mitarbeitenden — vom Projektmanager bis hin zum CEO — waren Teil des kreativen Prozesses. Alle haben wirklich auf Augenhöhe zusammengearbeitet. Und jede/r wusste von Anfang Bescheid, welche Projekte anstehen und wie viel Zeit diese in etwa in Anspruch nehmen werden.

Spannenderweise habe ich nach meiner Rückkehr erfahren, dass wir zwischenzeitlich ein “Operation Lead Team” (OLT) gegründet haben, um genau dieser Transparenz gerecht zu werden. Wir sind also auf dem richtigen Weg.

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