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  • 22. Januar 2026

ERP-Trends 2026: Worauf es wirklich ankommt

Erfahren Sie, welche ERP-Trends Sie in 2026 erwarten. Von KI über Cloud bis hin zu Nachhaltigkeit - wir verschaffen den Überblick!
Lesedauer: 4 Minuten

ERP-Lösungen bilden das digitale Rückgrat moderner Unternehmen und stehen 2026 vor einem weiteren Entwicklungsschritt. Neue technologische Möglichkeiten, steigende regulatorische Anforderungen und der Wunsch nach mehr Flexibilität verändern, was Unternehmen heute von einer ERP-Software erwarten. In diesem Beitrag ordnen wir die wichtigsten ERP‑Trends 2026 ein.

 

 

KI-native Systeme werden Standard

Durch KI verwandeln sich ERP-Systeme schon seit einiger Zeit von passiven zu aktiven Entscheidungssystemen. Das amerikanische Marktforschungsinstitut Gartner prognostiziert, dass bis 2026 rund 40 % aller Unternehmensanwendungen integrierte, aufgabenspezifische KI-Agenten haben werden, die selbstständig Prozesse ausführen und Arbeitslasten reduzieren (z. B. Aufgabenautomatisierung, intelligente Assistenz). Dies wäre ein massiver Sprung gegenüber dem vergangenen Jahr 2025, wonach weniger als 5 % dies bieten.

Diese Entwicklung lässt sich auch am Microsoft-KI-Feature Copilot beobachten, wie Sie in unserem Blogpost „Von Copilot zu KI-Agenten: So verändert Microsoft Dynamics 365 die Business-Welt“ nachlesen können.

Was bedeutet das für 2026?

  • KI wird kein Add-On mehr sein, sondern Teil des ERP-Kerns.
  • Funktionen wie prädiktive Planung, intelligente Assistenz und dialogbasierte Bedienung werden zunehmend Standard.
  • Unternehmen können datenbasierte Entscheidungen schneller treffen und das Fehleraufkommen sowie manuelle Arbeit drastisch reduzieren.

 

Cloud first und hybride ERP-Systeme dominieren

Der Cloud-first-Trend ist nicht neu, beschleunigt sich aber weiter. Skalierbarkeit, automatische Updates und geringerer Betriebsaufwand sprechen klar für Cloud‑Modelle.

Gleichzeitig zeigt die Praxis – insbesondere in unseren Kundenprojekten –, dass hybride Szenarien weiterhin (fast) am relevantesten sind.

Nicht alle Prozesse oder Daten lassen sich sofort oder vollständig in die Cloud verlagern. Moderne ERP‑Strategien berücksichtigen daher individuelle Anforderungen an Datenschutz, Integration und Performance. Entscheidend ist am Ende unserer Ansicht nach nicht „Cloud oder On‑Premises“, sondern ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept.

Was bedeutet das für 2026?

  • Cloud-ERP bietet Skalierbarkeit, automatische Updates und geringere Infrastrukturkosten.
  • Hybride Modelle ermöglichen eine graduelle Modernisierung ohne Disruption.
  • Branchen- oder Funktions-Clouds (z. B. Finanz-, Fertigung- oder Supply-Chain-Clouds) werden zunehmend zur Norm.

Wenn Sie die genauen Unterschiede zwischen den Bereitstellungsoptionen nicht kennen, empfehlen wir Ihnen unseren Blogpost „Dynamics 365 Business Central – Cloud oder On-Premises?“.

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
User-Modell Named User Named User
Lizenztypen Full User (Essentials/Premium), Team Members, Device Full User (Essentials/Premium), Team Members, Device
Erwerb Kauf*, auch Miete/Abo (Subscription) Miete/Abo (Subscription)
Kosten Mehrere Kostenbestandteile

  • Einmalig Lizenzkosten
  • jährlicher Wartungsvertrag (Enhancement-Gebühr i. H. v. 20 % des Lizenzlistenpreises)
  • laufende Infrastrukturkosten
  • ggf. laufende Personalkosten für Administrierende
monatliche Nutzungsgebühr
SQL-Server SQL-Standard- oder Volumenlizenzen, die separat zu erwerben sind (keine Runtime-Lizenzen mehr) Keine Lizenzen benötigt
Entwicklungsobjekte (z. B. Tabellen, Pages, Codeunits) Separater Erwerb weiterer Entwicklungsobjekte (je nach Objektart unterschiedlich große Pakete) Unbegrenzte Inanspruchnahme weiterer Entwicklungsobjekte (keine Zusatzkosten für weitere Entwicklungsobjekte)
Zusätzlicher Speicherplatz Muss der Kunde vorhalten Zusätzliche Kosten


 * Die On-Premises-Lizenzierung bleibt (vorerst) bestehen. Lediglich die Neukauf-Option entfällt zum 1. April 2025 – d. h. es besteht für Neukunden nur noch ein begrenztes Zeitfenster zur Erstlizenzierung.
Tabelle: anaptis

 

Modulare ERP-Architektur

ERP-Monolithen gehören langsam der Vergangenheit an. Stattdessen werden immer mehr modulare Systemarchitekturen nachgefragt, bei denen einzelne Komponenten flexibel kombiniert werden können. Dieses Baukasten-Prinzip reduziert Implementierungszeiten und erleichtert Upgrades maßgeblich.

Nutzen dieser Entwicklung:

  • Schnellerer Go-Live durch selektive Nutzung relevanter Module.
  • Bessere Integration mit Speziallösungen für beispielsweise CRM, HR oder BI.
  • Anpassbarkeit für unterschiedliche Branchenanforderungen.

 

Nachhaltigkeit & ESG-Reporting weiterhin wichtig

Während ERP-Systeme im Ursprung eher dazu gedient haben, finanzielle und operationelle Daten zu verwalten, werden sie zunehmend auch zu zentralen Tools für das Nachhaltigkeits- und ESG („Environmental, Social, Governance“)-Reporting.

Regulatorische Rahmenwerke wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der EU erfordern immer präzisere, auditfähige Nachweise zu CO₂-Emissionen und Lieferketten. Was Business Central von Microsoft in dem Bereich bietet und welche Features erst kürzlich dazu gekommen sind, können Sie in unserem Blogpost „Nachhaltigkeitsmanagement mit Dynamics 365 Business Central“ nachlesen.

Die Highlights aus der Release 2025, Wave 2:

  • Unterstützung von Unternehmen bei der CSRD-Berichterstattung.
  • Umfangreiche Scope-3-Funktionalitäten (Nachverfolgung von Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette, Energieverbrauch, CO₂-Äquivalente, soziale & Governance-Daten).
  • Integration von ESG-Reporting und CBAM/EPR-Berechnungen.
  • Aktualisiertes Rollencenter Nachhaltigkeitsmanager/-in mit neuen Aktionen.
  • Genehmigungsprozesse für Nachhaltigkeitsjournale und automatisierte Scope-3-Prozesse in Einkauf, Fertigung und Projekten.
  • Automatisierte Berechnung von Verbrauchssteuern nach spezifischen Regeln für Produkte und Regionen.

 

Cybersicherheit & Compliance sind wichtig wie nie zuvor

ERP-Systeme enthalten in der Regel sensible Unternehmensdaten und werden daher zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Die Kombination aus Cloud-Technologien und globalen Vorschriften wie DSGVO oder der NIS-2-Richtlinie unterstreichen die Wichtigkeit von Cybersecurity.

Moderne ERP‑Lösungen setzen daher verstärkt auf:

  • rollenbasierte Zugriffsmodelle
  • transparente Berechtigungskonzepte
  • Unterstützung regulatorischer Anforderungen

Sicherheit ist 2026 kein Zusatz mehr, sondern Grundvoraussetzung. Wenn Sie sich fragen, wie sicher die ERP-Lösung Dynamics 365 Business Central online (Cloud) ist, haben wir die Antwort darauf:

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Mehr Informationen

Videoquelle: https://www.youtube.com/watch?v=uwNtPvJTE7I

Download: Whitepaper „Sicher in der Cloud? Geht doch.”

 

UX und No-Code-Personalisierung

Ein leistungsfähiges ERP bringt wenig, wenn es im Alltag nicht akzeptiert wird. Die User Experience (UX) muss auch überzeugen. Deshalb gewinnen Benutzeroberflächen, personalisierte Dashboards und No‑Code‑Anpassungen weiter an Bedeutung.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Höhere Anwenderakzeptanz
  • Unabhängigkeit der Anwender/-innen bzw. weniger Abhängigkeit von IT-Fachkräften (z. B. Prozesse selbst konfigurieren)
  • Schnellere Anpassung an Geschäftsprozesse

Dies führt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung in der täglichen Nutzung.

 

Fazit: ERP 2026 ist intelligent, offen und nachhaltig

Die Entwicklung im ERP-Bereich zeigt klar, dass ERP nicht nur ein Verwaltungstool bleibt, sondern sich zu einer intelligenten, vernetzten und wertschöpfenden Plattform für das gesamte Unternehmen wandelt:

  • KI- und automationsgetrieben
  • Cloud und hybride Architekturen dominieren
  • Modularität ermöglicht Flexibilität
  • ESG-Reporting und Sicherheit sind integraler Bestandteil
  • UX & No-Code erhöhen Effizienz und Nutzerzentrierung

Genau hier setzen wir von anaptis an: mit praxisnaher Beratung, tiefem Prozessverständnis von KMU-Abläufen und ERP‑Lösungen, die zu Ihrem Unternehmen passen. Melden Sie sich gerne für eine Beratung.

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