• Blog
  • 19. März 2026

Dynamics 365 Business Central – Cloud oder On-Premises?

Sie fragen sich, ob Ihre Microsoft Dynamics 365 Business Central Lösung besser On Premises oder als Business Central SaaS in der Cloud aufgehoben ist? Wir geben Ihnen einen kompakten Überblick über die wichtigsten Unterschiede und Vorteile beider Modelle.
Lesedauer: 10 Minuten

Seit vielen Jahren unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Microsoft Dynamics 365 Business Central-Umgebung optimal auszurichten. Vielleicht befinden auch Sie sich aktuell an einem Punkt, an dem Sie Ihre bestehende On-Premises-Lösung hinterfragen oder prüfen möchten, welche Rolle ein Upgrade in die Business Central SaaS-Cloud-Version künftig für Ihr Unternehmen spielen kann. Wir zeigen Ihnen, welche Unterschiede wirklich relevant sind, welche Vorteile beide Modelle bieten und wie Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Als Neukund/-in wird Ihnen die Entscheidung zwischen der Cloud- und On-Premises-Variante abgenommen – seit April 2025 hat Microsoft den Verkauf von Perpetual-Lizenzen (dauerhaft nutzbare Lizenzen) für die On-Premises-Version von Business Central für Neukund/-innen eingestellt. Erfahren Sie alles Wichtige in unserem gleichnamigen Blogartikel.

Bevor wir mit dem Vergleich starten, möchten wir noch einmal kurz für Sie definieren, was Business Central SaaS eigentlich bedeutet. Business Central SaaS bezeichnet die cloudbasierte Bereitstellung von Microsoft Dynamics 365 Business Central im Software‑as‑a‑Service‑Modell. Das System wird dabei vollständig von Microsoft in der Cloud betrieben. Unternehmen nutzen Business Central SaaS über eine monatliche Lizenz – ohne eigene Server, ohne lokale Installationen und ohne manuellen Aufwand für Updates, Backups oder Sicherheit. Die Lösung wird kontinuierlich aktualisiert, skaliert flexibel und ist optimal in andere Microsoft‑Cloud‑Dienste wie Microsoft 365, die Power Platform oder Azure integriert.

 

 

Kurzübersicht: Cloud vs. On-Premises im Vergleich

Die Cloud-Version von Business Central ermöglicht es Unternehmen, flexibel zu skalieren, automatisch von regelmäßigen Updates zu profitieren und keine eigene Serverinfrastruktur betreiben zu müssen.

On-Premises wird ebenfalls als Subscription lizenziert, bietet jedoch insbesondere für Bestandskunden Vorteile, wenn besondere Compliance-Anforderungen bestehen, bestehende Infrastruktur weitergenutzt werden soll oder komplexe Integrationsszenarien umgesetzt werden müssen.

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Kosten Subscription + eigene Infrastruktur Subscription, keine Serverkosten
Updates Manuell durch Partner/IT Automatisch, monatliche Minor-Releases, 2x pro Jahr Major-Releases
Sicherheit Abhängig von eigener IT Azure-Standard, sehr hoch
Skalierbarkeit Begrenzt durch Hardware Sehr hoch, flexibel
Offline-Nutzung Ja Teilweise
Individualisierung Erweiterungen + Voll-Zugriff auf Umgebung Erweiterungen (Extensions)
Datenspeicherung Lokale oder gehostete Server Microsoft Azure Rechenzentren

 

Exkurs: Cloud-Trend und Microsofts Strategie #cloudfirst

Während der globale Trend eindeutig in Richtung Cloud geht und Microsoft klar auf eine Cloud‑First-Strategie setzt, werden gleichzeitig die Preise für On‑Premises‑Installationen kontinuierlich erhöht. Dadurch entsteht ein klarer Anreiz für Unternehmen, den Wechsel zur Business Central SaaS-Variante stärker voranzutreiben.

Mit der New Commerce Experience (NCE) wurde eine Zukunftsplattform für CSP-Subscriptions geschaffen. Außerdem wurden durch die Universal Cloud Initiative Richtlinien zu Anpassungen geschaffen, nach der der Code immer vom Systemstandard isoliert und in universellem Code für die Cloud geschrieben sein muss. Und wer die Cloud einfach mal ausprobieren möchte, kann das über die Dual Use Rights. Denn damit können Unternehmen Dynamics 365 Business Central Cloud- und On-Premises parallel nutzen. Besonders erwähnenswert ist auch der von Microsoft initiierte finanzielle Anreiz Bridge to Cloud 3.

Ungeachtet dessen zeigen wir Ihnen nachfolgend den Vergleich in den Bereichen Lizenz, Zusammenspiel mit anderen Anwendungen, (Weiter-) Entwicklung sowie Infrastruktur.

 

Unterschiede im Detail

Cloud oder On-Premises: Vergleich im Bereich Lizenz

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
User-Modell Named User Named User
Lizenztypen Full User (Essentials/Premium), Team Members, Device Full User (Essentials/Premium), Team Members, Device
Erwerb Miete/Abo (Subscription), Kauf* Miete/Abo (Subscription)
Kosten monatliche Nutzungsgebühr bei Miete/Abo (Subscription)

Mehrere Kostenbestandteile beim Kauf*

  • Einmalig Lizenzkosten
  • jährlicher Wartungsvertrag (Enhancement-Gebühr i. H. v. 20 % des Lizenzlistenpreises)
  • laufende Infrastrukturkosten
  • ggf. laufende Personalkosten für Administrierende
monatliche Nutzungsgebühr
SQL-Server SQL-Standard- oder Volumenlizenzen, die separat zu erwerben sind (keine Runtime-Lizenzen mehr) Keine Lizenzen benötigt
Entwicklungsobjekte (z. B. Tabellen, Pages, Codeunits) Separater Erwerb weiterer Entwicklungsobjekte (je nach Objektart unterschiedlich große Pakete) Unbegrenzte Inanspruchnahme weiterer Entwicklungsobjekte (keine Zusatzkosten für weitere Entwicklungsobjekte)
Zusätzlicher Speicherplatz Muss der Kunde vorhalten Zusätzliche Kosten

 * Die Neukauf-Option besteht seit dem 1. April 2025 nicht mehr. 

Die Cloud-Version arbeitet mit einem Abo-Modell. Das reduziert die anfänglichen Kosten erheblich, da keine eigene Hardware und keine Wartungskosten entstehen.

Bei On-Premises kommen zusätzliche Kosten hinzu wie:

  • Serverhardware
  • Backups
  • Wartung und IT-Personal
  • manuelle Updates

Sowohl in Dynamics 365 Business Central On-Premises als auch in der Online-Version (Cloud) können Sie Essentials, Premium, Team Members User (jeweils personengebundene Named User) und eine Device-Lizenz lizenzieren. Ergänzend ist erwähnenswert, dass der Funktionsumfang der Team Members- und Device-Lizenz in der Cloud-Version größer ist.

Sie können Dynamics 365 Business Central sowohl Online (Cloud) als auch On‑Premises im Subscription‑Modell (Miete) nutzen.

Neue On‑Premises‑Kauflizenzen (Perpetual) werden seit dem 1. April 2025 für Neukunden nicht mehr angeboten. Bestandskunden mit bestehender On‑Premises‑Kauflizenz dürfen ihre bestehende Lizenz weiterhin erweitern (z. B. zusätzliche Nutzer/Module), jedoch keine neue Kauflizenz mit neuer Lizenznummer erwerben.

Die Kosten der Dynamics 365 Business Central On-Premises-Lösung können höher sein als die für die Cloud-Lösung. Schließlich haben Sie bei der Kauflizenz eine hohe Einmalbelastung durch die Kauflizenz, zahlen eine jährliche Enhancement-Gebühr i. H. v. 20 % des Listenverkaufspreises und haben zusätzlich die Kosten für die IT-Infrastruktur (z. B. Hardware, Energie, Betriebssysteme, CALs, Datenbanksoftware, Anti-Viren-Software). Außerdem müssen Sie Systemadministrierende einstellen und entlohnen. Im Gegensatz dazu zahlen Sie bei Dynamics 365 Business Central Online (Cloud) nur eine monatliche Nutzungsgebühr. Das heißt im Umkehrschluss, dass keine Kosten für Infrastruktur und Administrierende anfallen.

Für Dynamics 365 Business Central On-Premises müssen Sie SQL-Lizenzen separat erwerben. Dies ist bei der Cloud-Version nicht der Fall. Gleiches gilt für weitere Entwicklungsobjekte (z. B. Tabellen, Pages, Codeunits): Auch die zahlen Sie bei der On-Premises-Version separat, während sie in der Cloud unbegrenzt zur Verfügung stehen.

 

Cloud oder On-Premises: Vergleich im Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Lösungen

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Allgemein Wenige Standardschnittstellen Viele aktivierbare Standard-Schnittstellen (z. B. durch Power Automate)
Microsoft Copilot Nicht verfügbar Verfügbar und automatisch aktiviert
Microsoft Azure Nicht notwendig Optimierte Interaktion
Microsoft Teams Nicht möglich Möglich
Microsoft Power Platform Nur über Umwege möglich (Gateway und Azure AD-Anmeldung) Komplett integriert (einfach und vielseitig)
Microsoft Power BI Anrecht auf Freilizenzen sowie ein integriertes Starter Set an Berichten
Microsoft Dataverse Nur über Umwege möglich (Gateway und Azure AD-Anmeldung) Möglich
Add-Ons/Apps Müssen vom Dienstleister als App-Datei zur Verfügung gestellt werden, welche via PowerShell importiert werden Direkte Installation aus dem Marketplace möglich
Excel Möglich Möglich
Outlook Möglich Möglich
.NET Über Local Agents Über Local Agents
SQL-Datenbank Über Local Agents Über Local Agents
Microsoft Fabric Anbindung nur über Umwege möglich (OData/API, Gateway oder Dataverse‑Sync) Nahtlose Integration über Dataflow Gen2 oder Dataverse‑Shortcut (Link to Fabric)

Dynamics 365 Business Central On-Premises bietet wenige Standardschnittstellen, anders als die Cloud-Version. Allgemein ist das Zusammenspiel mit anderen Anwendungen in der Cloud deutlich einfacher möglich: Microsoft Copilot, also der KI-Assistent von Microsoft, ist in der Online- bzw. Cloud-Version standardmäßig aktiviert. Er kann Ihnen helfen, durch Automatisierungen die Produktivität zu steigern, Kosten einzusparen, Fehler zu reduzieren und Daten zu analysieren. Copilot benötigt eine Internetverbindung und ist für Dynamics 365 Business Central On-Premises nicht verfügbar.​

Die Cloud-Version wurde für die Interaktion mit Microsoft Azure optimiert und es wird eine native Verbindung dazu hergestellt. Der Hintergrund ist der, dass Business Central Cloud auf Basis von Azure (Microsoft Cloud Services Plattform) läuft.

Die Microsoft Teams-Integration ist ebenso der Cloud vorbehalten. In den neueren Versionen können Benutzer/-innen mit Teams-Lizenz einzelne Pages aus Business Central in Teams sehen. Und das sogar ohne eine Business Central-Lizenz zu besitzen.

Auch die Microsoft Power Platform-Integration (u. a. Power AppsPower AutomatePower BIPower Pages) funktioniert mit der Cloud-Version einwandfrei und ist komplett integriert. Die Einbindung der Power Platform ist um ein Vielfaches einfacher und vielseitiger möglich. Dazu wird keine zusätzliche Software auf dem lokalen Server benötigt. Außerdem sind teils kostenlose Einzelbenutzerlizenzen verfügbar. Für die On-Premises-Version ist die Integration nur über Umwege möglich (Gateway und Azure AD-Anmeldung).

Gleiches gilt für Microsoft Dataverse. Hier wird die Cloud-Integration perspektivisch immer weiter durch zukünftige Updates verbessert. Bisher ist nur das Freigeben von Daten möglich. Das Schreiben ist angekündigt.

Microsoft Fabric bündelt Datenintegration, Lakehouse/Warehouse, Data Engineering und Power BI auf Basis von OneLake. Für Business Central Online (Cloud) steht eine direkte Anbindung zu Microsoft Fabric über Dataflow Gen2 mit Business‑Central‑Connector oder über DataverseShortcuts („Link to Fabric“) zur Verfügung – ohne physische Datenkopien und mit optimaler Governance für analytische Szenarien, inkl. Unterstützung von Power BI Direct Lake. In On‑Premises‑Umgebungen ist die Anbindung ebenfalls möglich, jedoch nur über OData/API (z. B. Dataflow Gen2, Azure Data Factory) oder den Umweg Dataverse‑Synchronisation → Fabric‑Shortcut; meist erforderlich sind Gateway und Entra‑Authentifizierung. Der Integrationsaufwand ist damit höher als in der Cloud.

Add-Ons/Apps müssen für Dynamics 365 Business Central On-Premises vom Dienstleister als App-Datei zur Verfügung gestellt werden, welche via PowerShell importiert werden. Bei der Cloud-Version können sie dagegen direkt aus dem Marketplace installiert werden. So können Excel und Outlook mit Business Central verbunden werden.

Die .NET- sowie SQL-Datenbank-Anbindung (z. B. zur Kopplung zu Daten eines alten Warenwirtschaftssystems) sind seit einiger Zeit über die sogenannten Local Agents sowohl in der Cloud- als auch in der On-Premises-Version möglich.

 

Cloud oder On-Premises: Vergleich im Bereich (Weiter-) Entwicklung

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Skalierbarkeit Erwerb weiterer Server/Ressourcen Optionale Azure Services (sofort möglich)
Updates Kumulative Updates, die manuell eingespielt werden müssen (aktives Handeln erforderlich, gewisser Aufwand) Automatische Updates nach vorgegebenen Updatezyklen, weitestgehend ohne administrativen Aufwand
Entwicklung Anpassung über AL in Visual Studio Code über Apps Anpassung über AL in Visual Studio Code über Apps
Entwicklungs- und Test-Umgebungen (Sandboxen) Manuelles Erstellen von Test-Datenbanken.

  • On-Premises-Projekte verursachen unserer Erfahrung nach einen ca. 20 % höheren Entwicklungsaufwand als Cloud-Projekte.
Drei verfügbare Entwicklungs- und Testumgebungen (einfach Erstellen von Sandboxen durch Kopie der Live-Datenbank)
Kosten für Anpassungsobjekte Die Lizenzierung von Entwicklungsobjekten ist notwendig und führt zu weiteren Kosten. In der Cloud sind alle Entwicklungsobjekte kostenfrei nutzbar.

Im Fall von Dynamics 365 Business Central Online (Cloud) werden Updates automatisch in vordefinierten Zyklen durchgeführt. Das heißt: Ohne, dass der Kunde etwas machen muss, profitiert er automatisch von Fehlerbehebungen und neuen Funktionen. Ggf. müssen Individualprogrammierungen angepasst werden, damit sie auch nach dem Update reibungslos funktionieren. Bei Dynamics 365 Business Central On-Premises gibt es kumulative Updates, die manuell nach eigenem Zeitplan unter gewissem Aufwand (ca. 1-2 Tage Aufwand pro Update mit Tests) und unter Berücksichtigung individueller Anpassungen eingespielt werden müssen.

Die Entwicklung erfolgt sowohl in Dynamics 365 Business Central On-Premises als auch Online (Cloud) über AL in Visual Studio Code. Anpassungen werden über Apps ins System gespielt.

Entwicklungs- und Test-Umgebungen (Sandboxen) muss der Kunde in der On-Premises-Version bereitstellen. Dynamics 365 Business Central SaaS stellt drei Umgebungen zur Verfügung, wodurch Entwicklungen und Fehlerbehebungen einfacher und schneller erfolgen können, da schnell eine Kopie der Live-Datenbank gemacht werden kann. Entwicklungsobjekte müssen in der On-Premises-Version vom Kunden selbst lizenziert werden, was zu weiteren Kosten führt, während diese bei der Cloud-Version kostenfrei nutzbar sind.

 

Cloud oder On-Premises: Vergleich im Bereich Individualisierung und Anpassungen

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Benutzerverwaltung Benutzer müssen technisch über die eigene IT‑Infrastruktur angelegt und verwaltet werden; oft mit höherem Aufwand Benutzer können jederzeit in der Cloud hinzugefügt werden, sofern einsatzbereit – ohne zusätzliche technische Schritte
Erweiterungsverwaltung / Add-Ons Import von Apps manuell per PowerShell; Versionierung, Updates und Abhängigkeiten liegen beim Kunden/Partner; Installation über UI steuerbar Installation von Erweiterungen über Marketplace oder Upload; Updates durch Microsoft/Hersteller, Verwaltung erfolgt über das Admin Center
Updatefähigkeit Anpassungen können Updates behindern; Upgrades sind häufig aufwendig & projektintensiv Automatische Updates, die Erweiterungen nicht brechen – individuelle Anpassungen bleiben stabil
Skalierbarkeit Hardwareabhängig – neue Kapazitäten erfordern eigene Server-Ressourcen Sofort skalierbar, ohne Hardware-Limitationen
Technischer Aufwand Eigenverantwortung für Server, Wartung, Backups, Sicherheit Alles wird vom Cloud‑Service abgedeckt – geringer interner Aufwand
Flexibilität bei Anpassungen Maximale Freiheit, aber höheres Risiko und erhöhte Komplexität Standardisierte Anpassungslogik, schnelle Umsetzung, geringere Fehleranfälligkeit
Upgrade-Prozesse Oft komplexe Migrationsprojekte, besonders bei tiefen Modifikationen Automatisierte, risikoarme Upgrades ohne Projektaufwand
Stabilität individueller Anpassungen Risiko, dass Anpassungen bei Updates neu entwickelt werden müssen Cloud‑Extensions sind update‑sicher und bleiben langfristig stabil
Kostenkontrolle Unklare Folgekosten durch individuelle Server- und Upgrade-Projekte Transparente, planbare Kosten durch Subscriptions und automatische Updates
Zukunftssicherheit Abhängig vom Aufwand, eigene Systeme modern zu halten Höchste Zukunftssicherheit durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Cloud

In puncto Individualisierung und Anpassungen bietet die Business Central Cloud heute durch die New Commerce Experience (NCE) eine deutlich komfortablere und zukunftssichere Flexibilität. Unternehmen können Benutzer jederzeit hinzufügen und notwendige Erweiterungen sofort aktivieren – ganz ohne Systemunterbrechung oder technischen Aufwand. Während in der On-Premises-Variante Apps manuell beschafft und per PowerShell in die Datenbank importiert werden müssen und Versionierung, Updates sowie Abhängigkeiten in der Verantwortung von Kunden oder Partnern liegen, erfolgt dies in der Cloud deutlich einfacher: Erweiterungen werden standardisiert über Marketplace oder per Upload installiert. Updates stellt Microsoft bzw. der jeweilige Anbieter regelmäßig bereit und können zentral über das Admin Center gesteuert werden. So bleibt Ihr System flexibel, skalierbar und dauerhaft modern – ohne die Risiken und Mehrkosten umfangreicher On‑Premises‑Modifikationen.

Wenn Sie mehr über die New Commerce Experience erfahren möchten, lesen Sie unseren Blogbeitrag: „New Commerce Experience: Das ändert sich 2022 an der Lizenzierung“.

 

Cloud oder On-Premises: Vergleich im Bereich Infrastruktur

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Betrieb auf eigenem/ gehostetem System Ja Nein
Notwendigkeit von Serverhardware Ja Nein
Installation Notwendig Nicht notwendig
Kontrolle über Dateisystem gesamte Kontrolle über das Dateisystem kein Zugriff auf das Dateisystem (nur Abfragen)
Gewährleistung der Sicherheit Verantwortung für Datenschutz, -sicherheit und Ausfallsicherheit durch Kunden Verantwortung für Datenschutz, -sicherheit und Ausfallsicherheit durch Microsoft (= weniger Verantwortung auf Kundenseite)
Backups Manuelle Backups durch den Kunden automatische Sicherung von Backups an einen geschützten Ort
Internetverbindung Unabhängig (lokale Netzwerkverbindung) Abhängig von einer stabilen, entsprechend dimensionierten Internetleitung

Dynamics 365 Business Central On-Premises hosten bzw. betreiben Sie im eigenen Unternehmen. Die Cloud-Version wird dagegen von Microsoft in der Microsoft Cloud gehostet. Aufgrund dessen sind Sie in der On-Premises-Version nicht von der Internetverbindung abhängig. Stattdessen sorgt Ihre lokale Netzwerkverbindung für die Geschwindigkeit. Anders ist es in der Cloud: Hier sind Sie von der einer stabilen, entsprechend dimensionierten Internetleitung abhängig. Ein Minimum an Bandbreite ist notwendig. An dieser Stelle können Sie die Nutzung anderer Cloud-Dienste (E-Mail, Office 365 etc.) als Referenz anwenden und selbst entscheiden, ob Ihre lokale Internetanbindung genügend Kapazitäten für die Nutzung einer ERP-Software bietet.

Dadurch sind Sie bei der On-Premises-Version hardwareabhängig. Sie brauchen eine IT-Infrastruktur sowie IT-Manager oder Hosting Partner und müssen die Anwendung klassisch über Installationsmedien, die Sie herunterladen können oder durch Ihr Partnerunternehmen, installieren (lassen). Bei der Cloud-Version brauchen Sie keine Serverhardware und müssen nichts installieren. Backups machen Sie bei der On-Premises-Version entsprechend selbst, während dies in der Cloud automatisch passiert.

 

Cloud vs. On-Premises: Vergleich im Bereich Sicherheit

Kriterium Dynamics 365 Business Central On-Premises Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)
Datensicherung Manuelle Einrichtung, Durchführung und Überwachung von Backups Automatische, von Microsoft verwaltete Datensicherungen durch Azure. Backups, Updates und Wartung erfolgen vollständig durch Microsoft. Die Daten werden in Microsoft Rechenzentren in Deutschland gespeichert und verarbeitet.
Verschlüsselung Manueller (De-)Aktivierung der Verschlüsselung. Unternehmen verwalten eigene Schlüssel und Servereinstellungen. Verschlüsselung ist standardmäßig immer aktiviert und kann nicht deaktiviert werden – vollständig verwaltet durch Microsoft.
Monitoring Monitoring ist eigenverantwortlich (z. B. eigene Tools, SQL-Monitoring, Serverüberwachung). Aufwand und Verantwortung liegen bei der internen IT. Rund‑um‑die‑Uhr‑Überwachung durch Microsoft Azure Sicherheits- und Monitoring‑Systeme. Microsoft investiert kontinuierlich in Security & Compliance und überwacht die Infrastruktur global.

Bei der On-Premises Version haben Sie die volle Kontrolle über das Dateisystem, müssen aber auch eigenständig Datenschutz und -sicherheit sowie die Ausfallsicherheit gewährleisten. Bei der Cloud-Version haben Sie keinen vollen Zugriff auf das Dateisystem. Außerdem ist Microsoft für die Aspekte Datenschutz, -sicherheit und Ausfallsicherheit verantwortlich. Das heißt: Sie haben weniger Verantwortung. Eine Ergänzung zum Thema Datenschutz: Wenn Sie die deutsche Länderversion aktivieren, wird Ihr System auch automatisch in einem deutschen Rechenzentrum gehostet. Sprich: Ihre Daten werden in Deutschland gespeichert und verarbeitet.

Wenn Sie sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, finden Sie auf unserer Website zusätzliche Informationen rund um Cloud-Sicherheit und ERP-Systeme. Einen Überblick über die wichtigsten Unterscheide zwischen Cloud und On-Premises erhalten Sie außerdem in unserem Download „Cloud vs. OnPrem“.  Auf unserem YouTube-Kanal anaptis GmbH erklären wir in einem kurzen Video die Sicherheit der Cloud: „Wie sicher ist Dynamics 365 Business Central Online (Cloud)„. Falls Sie Fragen zu dem Thema Cloud-Sicherheit oder zu Dynamics 365 Business Central haben, kontaktieren Sie uns gerne!

Titelbild des Whitepapers

Whitepaper: Wie sicher ist die Cloud?

Erfahren Sie, wie Microsoft die Sicherheit von Cloud-Lösungen wie Dynamics 365 Business Central Online gewährleistet. Mit Praxisbeispielen, klaren Handlungsempfehlungen und wertvollen Einblicken. Starten Sie jetzt in eine effizientere Zukunft!

  • Wie schützt Microsoft die Software gegen Cyberkriminalität?
  • Was passiert mit meinen Daten?
  • Welche Zertifizierungen kann Microsoft vorweisen?
  • Wie werden die Rechenzentren geschützt?

Neugierig? Laden Sie sich das Whitepaper kostenlos herunter. Ohne die Angabe Ihrer persönlichen Daten.

 

Exkurs: AXRO hat Business Central Online eingeführt

Die AXRO GmbH hat erfolgreich mit uns Microsoft Dynamics 365 Business Central eingeführt.

Nun profitiert sie von

  • deutlich klareren und standardisierten Prozessabläufen,
  • einer höheren Flexibilität und Anpassbarkeit an individuelle Anforderungen,
  • einer modernen, zukunftssicheren Systemarchitektur mit einer besseren Integrationsfähigkeit,
  • sowie einer verbesserten Transparenz und Datenqualität durch zentrale Strukturen.

Möchten Sie mehr zur Referenz von AXRO erfahren? Dann lesen Sie gerne unsere Erfolgsgeschichte „Moderne ERP-Transformation – Geht doch!“.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Was ist der Hauptunterschied zwischen der Cloud- und der On-Premises-Version?

    Der größte Unterschied liegt in der Bereitstellung und Verantwortung. In der Cloud übernimmt Microsoft den Betrieb der Infrastruktur, inklusive Serververwaltung, Backups, Updates und Sicherheit. Sie nutzen Business Central einfach als Service. Bei On-Premises liegt alles in Ihrer Verantwortung bzw. bei Ihrem IT-Dienstleister: Server, Wartung, Updates, Sicherheitsmaßnahmen und Performance.

  • Welche Variante ist günstiger?

    Die Cloud ist üblicherweise kostentransparenter und verteilt die Kosten planbar auf monatliche Gebühren. Sie bezahlen nur Benutzerlizenzen – d. h. keine Hardware, kein Hosting, keine manuellen Updates.

    On-Premises kann bei sehr großen, langfristigen Installationen mit stabiler Nutzerzahl günstiger sein, erfordert aber hohe Anfangsinvestitionen für Server, Lizenzen und IT-Betrieb. Zudem fallen immer wieder Kosten für Updates, Wartung und Support an. Dennoch erhöht Microsoft stetig die Wartungsgebühr. Dementsprechend ist es sehr individuell, welche Variante letzten Endes günstiger für Sie ist. Wir beraten Sie gern, was in Ihrer Situation am meisten Sinn ergibt.

  • Kann ich später von On-Premises in die Cloud wechseln?

    Auch für Business Central On-Premises Kund/-innen werden Business Central Online-kompatible Apps entwickelt, um den Umstieg zu vereinfachen.

  • Wie sicher sind meine Daten in der Cloud?

    In der Cloud werden Ihre Daten in zertifizierten europäischen Azure-Rechenzentren gespeichert. Microsoft bietet:

    • Mehrstufige Sicherheitsarchitektur
    • Automatisierte Backups
    • 24/7-Monitoring
    • Datenverschlüsselung (in Ruhe und im Transfer)
    • Redundante Speicherung

    On-Premises ist ebenfalls sicher – aber nur so sicher wie Ihre eigene IT-Infrastruktur. Sie müssen Firewalls, Backup-Strategien, Zugriffsrechte und Notfallpläne selbst managen.

  • Gibt es Unterschiede bei den Funktionen?

    Die Funktionalität ist überwiegend gleich, aber die Cloud bietet:

    • schnellere Verfügbarkeit neuer Features
    • KI-Funktionen (z. B. Copilot), die Cloud-only sind
    • automatische Integrationen mit anderen Azure- und Microsoft-365-Diensten

    On-Premises ist oft funktionsgleich, aber Updates kommen später oder werden gar nicht installiert, wenn Unternehmen nicht regelmäßig aktualisieren.

Fazit: Warum sich der Schritt in die Cloud für On-Premises-Unternehmen immer mehr lohnt

Für Unternehmen, die heute noch Dynamics NAV oder Business Central On‑Premises betreiben, ist der Blick in Richtung Cloud längst mehr als eine technische Option – er wird zunehmend zum strategischen Vorteil. Die Cloud-Version von Dynamics 365 Business Central bietet nicht nur moderne Funktionen und automatisierte Updates, sondern auch eine Stabilität und Zukunftssicherheit, die On‑Premises‑Installationen in dieser Form kaum noch leisten können. Microsoft investiert klar in die Weiterentwicklung der Cloud und schafft damit ein Umfeld, in dem Ihr System dauerhaft aktuell bleibt und Sie schneller von Innovationen wie KI‑gestützten Funktionen, tiefer Microsoft‑365‑Integration und neuen Features profitieren.

On‑Premises bleibt weiterhin eine mögliche Plattform für Bestandskund/-innen – besonders für Unternehmen mit speziellen Anforderungen oder sehr stabilen IT‑Strukturen. Allerdings geht diese Variante mit wachsendem Wartungsaufwand, höheren Infrastrukturkosten und komplexeren Upgrade‑Prozessen einher. In der Cloud hingegen entfallen viele dieser Belastungen: Serverbetrieb, Backups, Sicherheitsmaßnahmen, Erweiterungsverwaltung und Updates übernimmt Microsoft vollständig. Gleichzeitig gewinnen Sie an Flexibilität, Skalierbarkeit und Transparenz – sowohl technisch als auch finanziell.

Der Umstieg muss nicht sofort erfolgen, aber er sollte strategisch vorbereitet werden. Mit Dual‑Use‑Rechten, Migrationswerkzeugen und Programmen wie „Bridge to Cloud 3“ bietet Microsoft attraktive Möglichkeiten, den Wechsel schrittweise und risikoarm zu gestalten. Wenn Sie aktuell noch auf einer On‑Premises‑Lösung arbeiten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit den Chancen der Cloud konkret auseinanderzusetzen. Die Cloud ist nicht nur eine Alternative – sie entwickelt sich klar zur zukunftssicheren Standardplattform für Business Central SaaS.

Sie möchten wissen, wie ein Wechsel in die Cloud konkret für Ihr Unternehmen aussehen könnte? Oder welche Schritte bei Ihrer individuellen On‑Premises‑Situation notwendig wären?
Unsere Expert/-innen von anaptis unterstützen Sie gern.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Anforderungen einzuordnen und die beste Lösung für die Zukunft Ihres ERP-Systems zu finden.

Weitere beliebte Artikel